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Orthopädische Sicherheitsschuhe

Arbeitsschutzschuhe sind dafür da, unsere empfindlichen Füße vor Verletzungen zu schützen. Dabei sollen sie möglichst bequem sein, so dass man sie auch über einen gesamten Arbeitstag schmerzfrei tragen kann. Doch längst nicht jeder Schuh erfüllt dies. Sicherheitsschuhe werden wie Schuhe in Massenfertigung hergestellt, und bei der Form des Schuhs kann immer nur die Durchschnittsform des menschlichen Fußes berücksichtigt werden. Über die Hälfte der Bevölkerung sind jedoch von Fußproblemen betroffen und können diese herkömmlichen Sicherheitsschuhe nicht tragen.

Für Träger mit besonderen Fußformen wie z.B Senkfüße, Plattfüße oder Knickfüße sind diese Schuhe zu klein oder zu eng, so dass Fußschmerzen leider an der Tagesordnung sind. Deshalb entstand der Wunsch nach orthopädischen Sicherheitsschuhen und Einlagen, die eben genau für solche Leute individuell angefertigt werden. Hersteller von Arbeitsschutzschuhen haben deshalb auch orthopädische Sicherheitsschuhe oder Schuheinlagen im Angebot.

Warum braucht man orthopädische Sicherheitsschuhe?

Weil damit verschiedene Arten von Schmerzen gelindert bzw. ganz abgeschafft werden können. Im einzelnen sind das

Rückenschmerzen: Sie können durch das Tragen von falschen Schuhen auftreten. Bei einem verkürzten Bein wird die Lendenwirbelsäule unnötig belastet, wenn zwei gleiche Schuhe getragen werden. Werden jedoch orthopädische Sicherheitsschuhe verwendet, so kann ein Schuh bis zu 3 cm an Länge ausgleichen. Es ist dadurch wieder ein aufrechter Gang möglich und die  Lendenwirbelsäule wird wirksam entlastet.

Knieschmerzen: Sie entstehen, wenn die Beine von einer Person nicht nahezu parallel sind. Man sagt in diesem Fall, dass die Person sogenannte X- oder O-Beine besitzt. Orthopädische Sicherheitsschuhe mit einer Innen- oder Außenranderhöhung gleichen dies aus und die Kniegelenke werden dadurch wieder entlastet.

Diabetisches Fußsyndrom: In diesem besonderen Fall ist eine spezielle individuelle Maßanfertigung der Sicherheitsschuhe angezeigt. Diese Spezialschuhe für Diabetiker werden auf Wunsch von einigen Orthopädieschuhhäusern in Auftrag gegeben.

Bestehende Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden.

Genauso wie gewöhnliche Arbeitsschutzschuhe müssen auch orthopädische Sicherheitsschuhe die Normen der entsprechenden Schutzklasse zwingend einhalten. Aus diesem Grund werden Prototypen gefertigt, die der späteren Schuhe entsprechen. Diese Erstmuster werden dann genauestens geprüft, ob alle Vorschriften eingehalten werden. Erst dann bekommt der Hersteller die Erlaubnis orthopädische Sicherheitsschuhe in Serie produzieren zu dürfen. Dabei müssen die Vorgaben aber stets weiterhin eingehalten werden.

Erst dann darf er die CE-Kennzeichnung verwenden und den Schuh damit auszeichnen. Dasselbe gilt für die Einlagenversorgung. Nicht jeder Sicherheitsschuh und nicht jede Einlage passen zusammen. Für manche Arbeitsschutzschuhe sind nur wenige spezielle Einlagen zugelassen. Die Einlagen werden als Rohform ausgeliefert und ein Orthopädieschuhmacher formt daraus individuelle fertige Einlagen, die für den jeweiligen Träger die gewünschte Entlastung des Fußes möglich macht.

In den „Berufsgenossensschaftlichen Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ unter der Nummer 191 sind diese Vorschriften festgehalten. Man nennt diese Vorschriften auch kurz BGR 191.

Orthopädische Sicherheitsschuhe – Möglichkeiten der Zurichtung

Es gibt zwei Möglichkeiten orthopädische Sicherheitsschuhe herzustellen. Die erste besteht in der handwerklichen Herstellung der Arbeitsschuhe und die zweite Möglichkeit wird orthopädische Änderung genannt. Sie ist auch unter dem Begriff Zurichtung bekannt. Hierzu gibt es folgende Eingriffsmöglichkeiten

  • Einseitige Erhöhung der Sohle
  • Erhöhung des Innen- oder Außenrandes
  • Sohlenrollen
  • Pufferabsatz

Was versteht man unter Sohlenrollen und einem Pufferabsatz?

Die beiden ersten Begriffe dürften klar sein, aber nicht jeder kann etwas mit den beiden letzten Begriffen anfangen. Darum werden sie hier kurz erklärt. Sogenannte Sohlenrollen sind Veränderungen und Aufdickungen an bestimmten Stellen der Schuhsohle. Dadurch kann der Mittelfußbereich oder der Fußballen entlastet werden.

Unter einem Pufferabsatz versteht man eine zusätzliche Stoßdämpfung an der Ferse. Damit wird beim Fersenauftritt die Ferse entlastet und beugt so schmerzhaften Erkrankungen im Hüft- oder Kniegelenksbereich vor. Leider werden für solche speziellen Modifikationen die Kosten nicht übernommen.

Wie komme ich an orthopädische Sicherheitsschuhe?

Manche Schuhhersteller haben mit Orthopädie Fachbetrieben eine sogenannte Systempartnerschaft. Für die Firma Uvex wäre das z.B die Systempartnerschaft mit Uvex Medicare. In diesem Fall können Sie sich direkt an den Hersteller Uvex wenden um orthopädische Sicherheitsschuhe für Sie anfertigen zu lassen. Der Hersteller hilft auch bei der Suche nach einem Systempartner in der Nähe Ihres Wohnortes. So braucht man nicht lange Anfahrtswege auf sich nehmen um den richtigen Schuhmacher für orthopädische Bedarfe zu finden.

Wer bezahlt orthopädische Sicherheitsschuhe?

In der Regel werden die Kosten für Arbeitsschutzschuhe vom Arbeitgeber übernommen, wenn es dazu eine Vorschrift zum Einsatz solcher Schuhe gibt. Die Mehrkosten für orthopädische Sicherheitsschuhe bzw. Einlagen übernimmt der Arbeitgeber seit Überarbeitung der DGUV Regel 112-191 ebenfalls. Damit wird der Geldbeutel eines jeden Einzelnen zum Teil erheblich entlastet.